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Social-Media-Sucht

Die Sucht überwinden - 5 Alltagstipps, um von Facebook, Twitter & Co. weniger abhängig zu sein

Tanja Bühringer

#FEATURE #SUCHT


6:00 Uhr morgens, der Wecker klingelt. Der erste Blick gilt dabei nicht selten dem Smartphone: nur kurz checken, was sich in den letzten Stunden auf Facebook oder Instagram getan hat. Wenn dieses „schnelle Checken“ jedoch zum Alltag wird und sich auf mehrere Stunden pro Tag ausweitet, sind erste Anzeichen für eine Sucht bereits gegeben.


Dass von den sozialen Medien enormes Suchtpotenzial ausgeht, ist längst nichts Neues mehr. Bereits 2018 konnte eine österreichische Forschergruppe von Psychologen nachweisen, dass ein 7-tägiger Verzicht auf Social Media ähnliche Entzugserscheinungen auslösen kann, wie jene, die uns vom Suchtmittelgebrauch bekannt sind.


Facebook & Co. als Suchtmittel


Photo: Camilo Jimenez

Eine Sucht, also im eigentlichen Sinn eine Abhängigkeitserkrankung, muss nicht zwingend an bestimmte Stoffe, wie Alkohol oder Nikotin gebunden sein, sondern kann sich auch, wie im Fall von sozialen Medien, auf ein bestimmtes Verhalten beziehen. Problematisch wird es vor allem dann, wenn eine konkrete Tätigkeit den Menschen in seinem Handeln und Denken einengt.


Damit meint man, dass sich die Person erst durch Ausübung eben dieses Verhaltens, wie dem Ansehen der neuesten Posts auf Instagram, gut fühlt und folglich ihren gesamten Alltag auf diese Tätigkeit ausrichtet. Häufig folgen dem Vollzug im Weiteren auch Schuldgefühle –  man wünscht sich beispielsweise, dass man die verlorene letzte Stunde sinnvoller, als in das Durchforsten von Facebook-Postings, investiert hätte.


Soziale Medien als unterschätzte Gefahr


Photo: Becca Tapert

Grundsätzlich gilt: Die Nutzung von Social Media ist an sich nichts Schlechtes und nicht jeder, der morgendlich gerne eine Nachricht in Snapchat verschickt, automatisch süchtig. Doch bergen die sozialen Medien vor allem deshalb häufig Suchtpotenzial, da die Wenigsten von sich selbst denken, dass sie von einer Abhängigkeit betroffen sein könnten.


Um sich darüber bewusst zu werden, ob der eigene Umgang mit Social Media möglicherweise problematisch ist, erweist sich eine Reflexion über das eigene Nutzungsverhalten als äußerst hilfreich. Wenn Statements wie „Ich nutze soziale Medien häufig länger als beabsichtigt“, „Meine Arbeit / mein Studium leidet unter meiner Nutzung von Social Media“ oder auch „Meine Gedanken kreisen um Social Media, wenn ich sie gerade nicht nutze“ zunehmend bejaht werden, könnten Anzeichen für einen problematischen Umgang gegeben sein.


Tipps und Tricks für einen bewussteren Umgang mit Social Media


Wenn du dir jetzt denkst, ein bisschen weniger Zeit auf Facebook & Co. würde dir auch nicht schaden, dann haben wir hier für dich fünf einfache Tipps, die leicht in den Alltag integrierbar sind.


1. Gehirnjogging

Beginnen wir beim Frühstück. Wenn du, so wie ich, auch zu den Menschen gehörst, die beim ersten Kaffee nicht mal wirklich mitbekommen, welche Instagramprofile sie da gerade durchscrollen, dann versuch es stattdessen doch mit ein wenig Gehirnjogging. Kreuzworträtsel oder Sudoku regen nicht nur unsere grauen Zellen an, sondern helfen uns auch, schnell munter zu werden.

Photo: Jakob Owens

2. Soziale Kontakte pflegen

Auf dem Weg zur Arbeit / Uni legst du dann sicher wie viele Andere ein paar Gehminuten zurück, bei denen du schon mal Gefahr läufst, über irgendetwas zu stolpern, da dein Blick nicht der Straße, sondern deinem Smartphone gilt. Solltest du selbst beim Gehen deine sozialen Kontakte pflegen wollen, versuch es doch mit einem Telefonat: Die Oma, Tante oder auch eine alte Freundin freuen sich sicher mal wieder über einen Anruf.


3. Umwelt wahrnehmen

In der vollen U-Bahn angekommen, stehst du dann 30 Minuten herum und scrollst Instagram durch. Auch hier kannst du die Zeit sinnvoller nutzen. Achte doch mal ganz genau auf deine Mitmenschen: Da hinten weint eine Frau, eine andere bereitet sich gerade auf eine Prüfung vor und ein Mann führt ein hitziges Telefonat. Versuche, dich in die Personen hineinzuversetzen und erfahre so nicht nur mehr über Andere, sondern auch über dich selbst.


4. Zeit sinnvoll nutzen

Auch in der Mittagspause gibt es andere mögliche Aktivitäten, als vor dem Smartphone zu sitzen: Wollten wir nicht alle mal wieder ein gutes Buch lesen und schaffen es dann doch nie, weil der Stress zu groß ist? Nutze die Zeit und tauch in eine andere Welt ein!


5. Reflektieren

Besonders beliebt ist die Nutzung von Social Media ebenso vor dem Schlafengehen. Anstatt den Tag anderer durch ihre Posts mitzuerleben, versuche doch, deine eigenen Erlebnisse Revue passieren zu lassen. Denk an alle die schönen Dinge, die witzigen Gespräche oder bewältigten Aufgaben der letzten Stunden und lass den Tag in Ruhe ausklingen.


Natürlich gibt es zahlreiche weitere Alternativen zur ständigen Nutzung von Facebook & Co. und für jeden und jede lässt sich das Richtige finden. Anstatt unsere gesamte Zeit in Social Media zu investieren, schenken wir sie uns doch lieber selbst.

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