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Schatz, wir müssen reden!

Warum der Schlüssel zu einer guten Beziehung in gelungener Kommunikation liegt

Von Tanja Bühringer


Konflikte sind in jeder (guten) Partnerschaft vorhanden und scheinen einige unserer Beziehungen regelmäßig auf die Probe zu stellen. Oftmals gehen wir Auseinandersetzungen aus dem Weg oder versuchen uns dabei durch unterschiedlichste Ausreden vor einem Disput zu drücken. Mit einigen Tipps und Tricks kann aus dem gefürchteten Streitgespräch jedoch eine lösungsorientierte, klärende Diskussion werden, die nicht nur unsere PartnerInnen, sondern auch uns selbst, glücklicher macht.


Ich- und Du- Botschaften machen den Unterschied


Allem voran bei lösungsorientierten Gesprächen: Ich- und Du- Botschaften. Die beiden Begriffe mögen auf den ersten Blick vielleicht kindisch wirken, können jedoch einen großen Teil zu einer gelungen Kommunikation betragen. Wie so oft in Gesprächen gilt auch hier: Es kommt auf die richtige Formulierung an. Werden Du-Botschaften in einem Streitgespräch verwendet, wirken diese meist bevormundend und drücken einen Vorwurf aus. Das Gespräch wird dabei – meist unbewusst – verschärft und der/die GesprächspartnerIn nimmt eine abweisende, selbstverteidigende Haltung ein. Besser sind daher Ich-Botschaften, durch die erlebte Emotionen zum Ausdruck gebracht werden können und infolgedessen dem Gegenüber ein Blick in die eigene Gefühlswelt geboten wird. Hier ein Bespiel: Statt „Du kannst kein Geheimnis für dich behalten!“, formuliert man besser seine eigenen Gefühle: „Mir ist es sehr peinlich, dass die anderen nun mein Geheimnis kennen!“


Photo: Etienne Boulanger

Vom aktiven Zuhören und Nachfragen


Mindestens genauso wichtig wie der Versuch in einem Gespräch die richtigen Worte zu wählen, ist dem/der PartnerIn bei Gesprächen auch aktiv zuzuhören. Darunter ist jedoch kein träges Lauschen mit gelegentlichem Nicken gemeint, sondern ein aktiver Prozess, der Einhacken, Nachfragen, sowie Reagieren auf das Gesagte miteinschließt. Durch Verständnisfragen wie: „Habe ich dich jetzt richtig verstanden, dass…“, fühlt sich das Gegenüber in seinem Reden verstanden und weiß, dass ihm Beachtung geschenkt wird. Gleichzeitig kann der/die zweite GesprächspartnerIn sichergehen, dass er/sie das Gesagte richtig aufgefasst hat, wodurch auch Missverständnisse aus dem Weg geräumt werden. Oft hören wir einander nur halbherzig zu und sind mit unseren eigentlichen Gedanken ganz woanders. Richtiges, aktives Zuhören läuft somit nicht automatisch ab und muss, damit eine Beziehung funktionieren kann, geübt werden.



Photo: Justin Follis

Geschlossene und Warum- Fragen vermeiden


Im Alltag werden sie häufig als absolut natürlich abgetan und doch sind sie nicht immer förderlich für eine gute Kommunikation: Geschlossene Fragen genauso wie „Warum“- Fragen. Geschlossene Fragen können beim Gegenüber Druck ausüben, da die Antwort schon implizit vorgegeben wird. Der Handlungsspielraum ist also gering und der Gesprächspartner wird sich in vielen Fällen nicht öffnen. Statt Fragen wie „Findest du nicht auch, dass dein Verhalten falsch war?“, kann folgende Aussage eine ganz andere Wirkung beim Gegenüber erzielen: „Wie empfindest du selbst dein Verhalten?“


Auch „Warum“-Fragen sollten in einer guten Beziehung eher vermieden werden, da sie bei dem/der PartnerIn Rechtfertigungsgefühle auslösen können und so das Gespräch hemmen. Der Fokus kann auch in diesem Fall leicht vom „Warum“ zum „Wie“ oder „Was“ verschoben werden. Beispiel: Statt „Warum meldest du dich nie?“, die Frage „Was hat dich daran gehindert, dich bei mir zu melden?“, auftun!


An etlichen Beispielen sieht man, wie sehr die richtige Formulierung den Fokus der Aussage und somit auch das gesamte Gespräch verändern kann. Versucht man bei der nächsten Auseinandersetzung auf seine eigenen Verhaltensweisen zu achten und diese zu reflektieren beziehungsweise zu verbessern, ist schon viel gewonnen.


Photo: Jorge Saavedra

Keine Angst mehr vor Konflikten


Bei all diesen Tipps und Tricks steht das Gespräch selbst im Mittelpunkt. Den ersten Schritt zu machen und auf den/die PartnerIn zuzugehen, fällt dabei nicht immer leicht. Doch wer dem anderen seine Gefühle, Ängste und Sorgen nicht mitteilt, kann sich auch nicht verstanden fühlen. Klar ist: Ein Streit muss nicht eskalieren! Konflikte können auch konstruktiv, gemeinsam und vor allem durch ruhige und überlegte Gespräche gelöst werden. Dabei darf man nie vergessen, dass Konflikte und deren Lösungen zu guten Beziehungen dazugehören und ihnen daher nicht aus dem Weg gegangen werden sollte. Nur wer über seine Probleme offen spricht, kann diese auch bewältigen. Also nehmen wir uns selbst bei der Nase, schnappen uns unsere/n PartnerIn und sagen: „Schatz, lass uns mal wieder reden!“

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