• nova

Saras Weltreise

Second Hand-Shoppen in New York oder:

Meine Mission durch den Big Apple

Kolumne von Sara Nedic


Ich blinzle müde über meinem Laptop, der gerade mein neues YouTube-Video hochlädt und nippe an meinem Smoothie, während am Esstisch schon ganz heiß diskutiert wird, was wir heute alles machen wollen.


,,Also ich möchte gerne in den FAO Schwarz Spielzeugladen“, ruft meine Schwester aus dem Bad. ,,Alles klar“, sagt Papa, ,,Wir müssen fürs Wochenende einkaufen gehen.“

Da fällt mir ein, dass ich vor zwei Tagen nach Second-Hand-Läden gesucht habe und sage schnell: ,,Es gibt ganz tolle Second-Hand-Geschäfte, dort möchte ich auch hin!“ Und schon geht's los!


,,...das hat schon wer getragen...


Wir fahren mit dem Uber durch die großen weiten Straßen von Manhattan. Links sind kleine Weihnachtsstände und rechts Shoppingcenter. Von weitem sehe ich schon das Schild ,,Buffalo Exchange“. ,,Hier rechts!“, sagt Mama zu dem Fahrer.


Photo: Artificial Photography

Als wir hastig in das Geschäft eintreten, damit wir vom kalten Wind nicht mitgerissen werden, krache ich gegen einen genervten Mann. ,,Sorry!“, sage ich. ,,Ach, kein Ding. Ich verstehe einfach nur nicht, warum meine Freundin in solchen alten Läden einkaufen geht, ich meine - das hat schon wer getragen, ist das nicht ekelhaft?!“ Ich überlege kurz und gebe zurück:


,,Wissen Sie, früher habe ich Shoppen geliebt, ich wollte auch immer Marken-Klamotten und hatte jede Woche ein neues Kleidungsstück im Schrank. Es hat mir das Gefühl von Zufriedenheit gegeben, aber das tut es in Wahrheit nicht. Zufriedenheit kannst du dir nicht kaufen. Seit ich den Film #thetruecost gesehen habe, weiß ich, dass Menschenleben wichtiger sind als Shoppen.“


,,Übertreibst du nicht etwas, wenn du sagst, 'Menschen sterben' ?“

fragt mich der junge Mann kritisch und ich sage ernst: ,,Du denkst, es ist übertrieben, wenn ich sage, Menschen sterben? Das ist es nicht, ganz im Gegenteil! Menschen, die unsere Kleidung nähen, bekommen 3 US-Dollar im Monat. In den letzten 15 Jahren haben 250,000 indische Baumwollfarmer Selbstmord begangen. Behinderte Kinder werden wegen den giftigen Chemikalien geboren und die Familien warten nur darauf, dass ihre kranken Kinder sterben, denn was für eine andere Wahl haben sie? Haben sie das nötige Geld für eine medizinische Versorgung? Interessiert es überhaupt jemanden? Nein!


Der junge Mann stockte natürlich und ging weg, aber ich blieb - und mein Gefühl auch.


Klar kann ich allein so etwas Grausames nicht stoppen, aber wenn wir alle aufhören die Fast Fashion Industrie zu unterstützen, indem wir dort nicht mehr einkaufen gehen, können wir die Welt verändern. Und irgendwann werden die Firmen etwas verändern müssen wenn sie weiterhin überleben wollen.

Links

The True Cost Movie - Official Website

  • Facebook
  • Instagram
Jetzt kostenlos und unverbindlich registrieren!
nov@-Member werden 
Einladungen zu Events, exklusiven Infos uvm.