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Hinduismus

Von Ewigkeit und Gesetz

Leon Protz

#FEATURE #SPIRITUALITÄT


Der Hinduismus ist eine indische Volksreligion. Etwa 15% der Weltbevölkerung bekennen sich zu diesem Glauben. Die Religion ist damit die am drittstärksten vertretene auf der ganzen Welt.


Die drei wichtigsten Strömungen des Hinduismus sind der Vishnuismus, Shaktismus und der Schivaismus. Der Vishnuismus nimmt an, dass der Gott Vishnu über allen anderen steht. Vishnu heißt „Einen ohne einen Zweiten“. Das bedeutet, dass alle anderen gottgleichen Erscheinungen eine Inkarnation des Gottes sind. Das macht den Vishnuismus zu einer monotheistischen Religion. Der Shaktismus bezieht sich auf Göttinnen oder die Göttin. Dabei ist die Urkraft des Universums weiblich und die männlichen Gottheiten geben ihr oder ihnen nur Energie. Der Shivaismus stellt Shiva als Gottheit über alle anderen. Der Gott ist dabei als immanent und transzendent zu verstehen.


Photo: Chinh Le Duc

Von Strömungen und Flüssen


Wie man sieht, ist der Hinduismus keine einheitliche Religion. Indologen und Religionswissenschaftler präferieren den Begriff „Hindu-Traditionen“ oder „Hindu-Religionen“. Hindu stammt aus dem persischen und beschreibt den Fluss „Indus“. Dieser Fluss ist der größte im indischen Subkontinent mit einer Länge von 3180 Kilometern und kulturell sehr bedeutend.


Entlang dieses Flusses ist die Religion vor ungefähr 3200 Jahren entstanden. Deswegen leben auch in Indien 92% der Hindus und bilden ungefähr 80% der Bevölkerung. Sonst leben Hindus vor allem in Nepal, Bali und Mauritius.


Photo: Jose Luis Sanchez Pereyra

Weltbild


Für den Hindu besteht ein Kreislauf zwischen Leben und Tod. Er wird Samsara genannt. Durch Karma, übersetzt: Wirken oder Taten, versucht er/sie diese Verbindung zu durchbrechen, um Eins zu werden mit dem Ewigen und Absoluten. Wie ein Hindu reinkarniert wird, hängt von dem persönlichen Karma des Hindus ab. Positive und negative Handlungen beeinflussen das Karma. Dem zufolge hat jedes Individuum eine unsterbliche Seele, mit der das Karma verbunden ist. Diese heißt Atman. Übersetzt bedeutet das soviel wie Lebenshauch oder Atem.


Das Pendant dazu ist Brahman, die Weltseele. Dieses Konzept beschreibt die Göttlichkeit ohne Schöpfer und ohne Lenker. Ein undefinierbarer Grund des Seins. Ein Durchbrechen kann für verschiedene Glaubensströme zum Beispiel durch die Erkenntnis erreicht werden, dass Atman und Brahman im Wesen das Gleiche sind. Der traditionelle Hinduismus kennt vier Stadien, die ein Mensch durchlaufen muss, um den ewigen Kreislauf zu durchbrechen. Dazu muss er zuerst als Schüler Pflichten und Moral lernen. Dann eine Familie Gründen und zuletzt Einsiedler und Wandermönch werden. Die Erfüllung all dieser Anforderungen gelingt natürlich den Wenigsten. Als allgemeine Richtlinie gilt daher den Weg des „Dharma“ befolgen. Dharma ist ein Weltgesetz, welche die natürliche Ordnung der Welt, Regeln, Rechte, Sitten und Gesetze beinhaltet.


Photo: Dominik Vanyl

Vorschriften


Die wohl bekannteste Vorschrift für Hindus ist es, das Rind zu ehren. Es ist unantastbar und darf auf keinen Fall getötet und oder gegessen werden. Zudem sollten Speisen immer „rein“ sein. Dazu gibt es viele Einzelvorschriften, die zwischen rohen und gekochten, wildwachsenden und kultivierten Lebensmitteln differenziert. Oft ist auch der Koch für die Reinheit des Essens verantwortlich. Ist der Koch zum Beispiel einer niedrigeren Kaste angehörig, gilt das Essen als „unrein“.


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